Autor: Fernando „Alejandro“ Isaza;
Im Dezember vorletzten Jahres war Snoopy in der Werkstatt mit seinem Kalender, wo er dabei war seine große fliegerische Ambitionen einzuplanen, hin und her gerannt. Ob Quali hier oder Deutsche Meisterschaft da oder lieber zum Hotzenwaldwettberwerb. Oder wie wäre es mit Fliegen in den Alpen? In diesem Gespräch und mit seinen Ambitionen hat er in mir den Wunsch nach einem Alpenfluglehrgang erzeugt. Die Idaflieg bietet einen Alpenfluglehrgang alle drei Jahre an. Aber unsere ungeduldige Motivation und die Angst davor, die Gelegenheit zu verpassen und in der unsicheren Zukunft, nie wieder die Zeit für sowas zu haben, hat dafür gesorgt, dass wir uns von den Breitenförderkurs der Schweiz überzeugen lassen haben.
In diesem Gang voller Motivation gelingt es uns Luisa auch zu überzeugen. Als nächstes hatten wir alle drei die Anmeldung geschickt und begannen mit den üblichen Vorbereitungen: Sauerstoffanlage, ELT einbauen, schöne Warnfolierung, Flarmempfanganalyse und sogar die letzten Züge von der Winterwartung von unserem Arcus. Einmal alles fertig und der Tag angekommen ging es von der schwäbischen Alb zum Engadin. Bereits die Anreise mit dem Auto durch die Alpen hat uns den Atem geraubt. Samedan ist ein Flugplatz wie kein anderer!
Erster Tag, erstes Briefing, so fing es an. Die Teameinteilung fand statt. Trainer wie Dominik und Jürgen haben uns in diesem Paradies begleitet. Die Flüge begannen mit der Meldung zum Turm after Winch Launch proceeding Muotas. Muotas war der Berg, wo wir uns am Hang ausgraben durften. Das Wetter im Tal war etwas ungewöhnlich für uns. Die Thermik geht spät los aber dafür hat sie kein Ende abends.
Plötzlich haben wir nicht nach Wolken geschaut, sondern nach den Eichhörnchen in den Bäumen beim Vorbeifliegen. Die Nähe zu Fels, Wald und Hang fordert Konzentration und Respekt. Diese anspruchsvollen Bedingungen ermöglichten eine exzellente Weiterbildung. Besonders das Fliegen am Hang, in Talwindsystemen und im Gebirgsaufwind stellte neue Anforderungen an Planung, Flugtaktik und Entscheidungsfindung. Das Wetter zeigte sich zwei Wochen lang von seiner besten Seite – mit strahlendem Sonnenschein, klarer Sicht und perfekten thermischen Bedingungen. Es waren wenige Tage, an denen wir nicht geflogen sind. Dafür hatten wir einen wunderschönen Wandertag, bei dem wir sogar ins Wasser sprangen.
Die atemberaubende Landschaft der Alpen – mit tief eingeschnittenen Tälern, schneebedeckten Gipfeln und türkisfarbenen Seen – sorgte für unvergessliche Eindrücke. Jeder Flug war nicht nur eine Herausforderung, sondern auch ein visuelles Highlight.
Rückreise? Nicht mit dem Auto. Heute fliegen wir heim – quer über die Alpen. Abends sitzen wir am Zelt, essen Nudeln aus dem Topf und diskutieren Routen, Außenlandefelder und Endanflüge. Wir wollten dem lehrreichen und intensiven Lehrgang einen würdigen Abschluss vergeben, was uns gelungen ist. Zwei Wochen Alpen – das heißt: Zeltplatz, Thermik, Teamwork. Wir sind besser geworden – als Pilot:innen, aber auch als Gruppe. Wer fliegerisch wachsen möchte, findet in den Alpen das perfekte Umfeld. Der Kurs war fordernd, eindrucksvoll, lehrreich – und vor allem: verdammt schön.






